Kinoptikum Landshut
BEUYS  Architektur & Kunst
 Di 03.10. 
 Mi 04.10. 
18:30
21:00
Aus einer kongenial montierten Collage unzähliger, bisher unerschlossener Bild- und Tondokumente stellen Regisseur Andres Veiel und sein Team ein einzigartiges Zeitdokument zusammen: "Beuys" ist kein klassisches Porträt, sondern eine intime Betrachtung des Menschen, seiner Kunst und seiner Ideenräume. Beuys starb 1986. Über seine Werke regt sich schon lange keiner mehr auf. Beuys ist klassisch geworden. Als man ihm 2004 in Houston eine opulente Retro widmete, schrieb ein amerikanischer Kritiker, Beuys werde verehrt wie ein zweiter Goethe. In den USA. Ganz so sieht’s im Heimatland des Propheten nicht aus, aber es gibt Bewunderung und Gelassenheit. Die Zeit heilt alle Wunden, auch die, aus der Joseph Beuys 1976 seine berühmteste Installation machte, und die, als sie dann vom Münchner Lenbachhaus angekauft wurde, als teuerster Sperrmüll aller Zeiten diffamiert wurde. So konsensfähig und museal ist inzwischen das Œuvre, dass einem die Präsenz und Lebendigkeit des Künstlers in Andres Veiels Dokumentarfilm den Atem nimmt. Die scheinbare Leichtigkeit, mit der „Beuys“ in den vermeintlich liberalen 70er-Jahren alle Pfeile auf sich zog. Es ist überwältigend, wie alt Beuys seine Hasser in diesem temporeichen Zusammenschnitt aussehen lässt. Sein Charisma zu spüren, seinen mal stoischen, mal beißenden Humor, je nachdem, wie dumm man ihm gerade kommt oder wie selbstgerecht sich das Tribunal geriert, dem er sich stellt. Insgesamt wurden die 107 Minuten aus einem Reservoir von 400 Stunden Bildmaterial, 300 Stunden Audiomaterial und über 20.000 Fotos destilliert. Für den Schnitt benötigten Krumbiegel und Voigtländer 18 Monate. Am Ende steht Veiels („Black Box BRD“) bislang elegantester Film .„Beuys“ ist extrem unterhaltsam. Ein intensiver Blick in die alte Bundesrepublik, der mit Abstand kurzweiligste Dokumentarfilm der letzten Jahre. (welt.de)
Land/Jahr: 
D 2017
Regie:
Andres Veiel
Darsteller:
Joseph Beuys
Länge:
107 Min.
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