Kinoptikum Landshut
TIGER GIRL
 Do 03.08. 
 Fr 04.08. 
 Sa 05.08. 
21:00
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Margarethe „Maggie“ Fischer ist eifrig und möchte Gutes tun, auch wenn sie die Polizeiprüfung, auf die sie alle ihre Hoffnungen gesetzt hatte, nicht bestanden hat. Am Boden zerstört trifft sie eines Tages auf die extrem unberechenbare, eigensinnige und risikofreudige Tiger. Tiger nimmt sich Maggies an, die sich nach Zugehörigkeit und Aufmerksamkeit sehnt, und bringt ihr etwas von ihrer eigenen Philosophie bei. Doch trotzdem landet Maggie, der die Warnungen ihrer spießigen Eltern noch in den Ohren klingen, erst einmal bei einem privaten Sicherheitsdienst. Erst als sie in der U-Bahn von drei Männern bedrängt wird und Tiger ihr im richtigen Moment zur Hilfe eilt, ist Maggie langsam bereit, ihr altes Leben hinter sich zu lassen. Sie erhält von ihrer neuen Freundin den Namen Vanilla verpasst und gemeinsam stiften die beiden Frauen jede Menge Chaos... In Jakob Lass‘ experimenteller Polit-Martial-Arts-Tragikomödie „Tiger Girl“ prallen die Gegensätze so unerwartet wie wirkungsvoll aufeinander: Wut und Witz, Kontrolle und Improvisation, Anarchie und Spießigkeit. Nach dem Erfolg seiner vorigen Arbeit „Love Steaks“ zündet der junge Regisseur eine weitere Kino-Wunderkerze und lässt für 90 energiegeladene und mitreißende Minuten die Funken fliegen. Der Film und seine Figuren sind geladen von dem Element, das dem deutschen Kino am meisten abgeht: von Energie. Sie bersten geradezu davon und ja, da ist asoziale Energie am Werk, kriminelle Energie, und Jakob Lass weigert sich, sofort die Verurteilungskeule auszupacken; das Kino jubelt, wenn die U-Bahn-Nötiger eins auf die Rübe bekommen, und es jauchzt, wenn Tiger und Vanilla Gehwegzombies ihre Smartphones entreißen, und es raunt, wenn sie angebliche Ladendiebe zur gründlichen Leibesvisitation ins Hinterzimmer bitten. „Tiger Girl“ folgt dem Lustprinzip, aber auch dem der Dialektik, des Denkens in Gegensätzen. Es geht um die kleine Schwester, die der großen über den Kopf wächst, um den Unterschied von Kriminalität und Gewalt, um Körperlichkeit jenseits der Sexualität, sowie um das Gewinnen, das Ausüben und das Begrenzen von Macht. „Tiger Girl“ ist nicht perfekt, aber so frisch, so innovativ, dass man ihm alle möglichen Etiketten aufkleben kann, die noch nie auf einen deutschen Film passten. Vor allem aber ist es eine Lust, in diesen deutschen Film zu gehen. (welt.de)
Land/Jahr: 
D 2016
Regie:
Jakob Lass
Darsteller:
Ella Rumpf, Maria Dragus
Länge:
90 Min.
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